Heiligabend lief bei uns bis auf geringe Abweichungen wie immer. Vormittags bei meinen Eltern aufgeschlagen und beim Kochen geholfen. Tim war Weihnachtsbaumbeauftragter, während ich die rote Grütze und Vanillesoße gekocht habe. Wesentlich früher als zumindest von mir erwartet trabte auch die Verwandtschaft (Onkel, Tante, Cousine) an. Nach kurzer Beratung ging es ab zu Oma ins Krankenhaus, denn Oma ist ja vor einigen Tagen unter ominösen Umständen gestürzt und nun zum ausschließlichen Liegen in einem Vierbettzimmer des Strausberger Krankenhauses verdammt. Sowas kommt von sowas, sagt man wohl dazu. Wie es wirklich zu dem Sturz kam, werden wir wohl nie erfahren, aber jetzt befassen wir uns mit den Auswirkungen. Oma besuchen, Zeugs hinschleppen, ihre Katze täglich füttern gehen und bei Laune halten. Das arme Ding lechzt schon nach Aufmerksamkeit und hat heute lieber gekuschelt als zu fressen und das ist für diesen Tiger, namentlich Max, doch schon außergewöhnlich.
Zurück zum heiligen Abend. Zusammen mit meiner Tante und meiner Cousine habe ich also unsere Oma besucht und im Anschluss gleich den Stubentiger mit einem nicht sehr weihnachtlichen dennoch üppigen Mal versorgt. Zurück im eigenen Heim waren die wichtigsten Vorbereitungen getroffen und wir haben eigentlich nur noch Plätzchen gefuttert und meiner Mutter und meinem Onkel beim Kochen zugesehen. Pünktlich 18Uhr begann unser Neunerlei, auf das ich mich schon wirklich enorm gefreut hatte. Allerdings war es so gar nicht, was ich erwartet habe. Vieles hat irgendwie ein bisschen anders geschmeckt. Mein Onkel hat hier mal am Rotkohl etwas variiert und dort Muttis Sauerkraut anders gebunden als gewöhnlich und schon hat es mir nicht das angenehme Gefühl des Bekannten und Altbewährten gegeben. Letztendlich war ich vom Essen doch recht enttäuscht. Meiner Ernährungsvorliebe geschuldet habe ich ja nichts von den köstlichen Bratwürsten, der hervorragenden Gans und der leckeren Rouladen gegessen. Daher war ich mit meinen Empfindungen da vorerst allein, aber die habe ich natürlich auch tunlichst für mich behalten.
Nach dem Essen und der Saubermach-Tisch-abräum-Töpfe-Abwasch-und-alles-für-den-Rest-des-Abends-herrichten-Aktion war es auch endlich Zeit für die Geschenke. Erst haben wir "Kinder" unsere Geschenke verteilt und dann in aller Ruhe unsere Präsente geöffnet.
Für mich und mein Herzblatt Tim, der immer noch nichts mit sich anzufangen weiß und mich hier nebenbei ärgert, gab es unter anderem folgende, schöne Geschenke.
Abgesehen von diesen Gemeinschaftsgeschenken habe ich von Tim die DVD-Box von Roswell in ihrer gänzlichen Großartigkeit auf 17 DVDs bekommen, die ich mir genüsslich zu Gemüte führen werde. Darauf freu ich mich schon, denn die erste Staffel von Veronica Mars habe ich ja gerade zu Ende gesehen und muss mir nun Gedanken machen, wann ich mir Staffel 2 und 3 kaufe oder schenken lasse. Mit 3 Staffeln Roswell sollte ich aber vorerst beschäftigt sein.
Für mein Wii Balance Board hat der Weihnachtsmann noch ein Charging while playing Kit gebracht, das bei mir auch auf große Zustimmung gestoßen ist. Es gab außerdem zahlreiche Süßigkeiten wie feine Schokolade oder die bei mir beliebten und stets extravagenten Süßigkeiten vom Maison Strauss. Auch damit hat Santa Clause nicht gegeizt.
Heiligabend ist bei uns gegen 3.00Uhr morgens zu Ende gegangen nach so einigen Ausflügen zu Wein und Kräuterlikör. Ein gemeinsames Frühstück am nächsten Morgen begründete die Kürze des Nachtschlafs, aber gegen 11.30Uhr waren alle Gäste vom Hof und wir haben das Haus wieder in den Urzustand gebracht. Knülle wie wir so waren, haben wir nicht so viel zustande gebracht heute. Ich war mit Mutti nochmal zum Krankenbesuch bei Oma, die heute schon viel beweglicher in ihrem Bett agierte. Ein Lichtblick. Nach diesem Besuch haben wir einen Abstecher zu Stubentiger Max gemacht und ihn eine Weile bespaßt. Danach gab es nochmal ein hervorragendes Essen. Diesmal ausschließlich den Fertigkeiten meiner Mutter entstammend konnte es mich mit dem gestrigen Essen versöhnen. Es hat genau so geschmeckt, wie ich es mir erwartet oder wohl besser erhofft hatte. Wir haben schön gegessen, uns gut unterhalten und sind nun allesamt sehr müde. Ich schätze, ich bin die letzte, die noch wach ist in der Goethestraße 73, denn Tim hat mittlerweile davon abgelassen mich zu ärgern und atmet doch recht gleichmäßig hier neben mir im Bett. Vielleicht spielt Papa noch mit seiner neuen digitalen Spiegelreflexkamera, aber abgesehen davon ist Ruhe eingezogen. Morgen steht noch das familiäre Essen bei Tims Familie an. Zur strammen Mittagszeit 11.45Uhr werden wir zwei morgen erwartet. Ich bezweifle momentan allerdings, dass ich dann schon wieder essen kann...


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